„Sparen wir unseren Anwendern viel Zeit“ scheint der Arbeitsauftrag bei der Entwicklung von Photoshop CS5 gewesen zu sein. Photoshop ist jetzt auch für den Mac als native 64-Bit-Anwendung zu haben – das verspricht mehr Performance beim Bearbeiten großer Dateien. Und viele der neuen Tools sind intelligente, erstaunlich gut funktionierende Automatiken für zeitraubende Jobs wie Retuschen und Freisteller. Eine Menge von Detailänderungen beschleunigen den Workflow zusätzlich. Dazu kommen Kreativtools wie der neue Mischpinsel und die deutlich verbesserte HDR-Bearbeitung, für Fotografen gibt’s Neues in Camera Raw und die effiziente Objektivkorrektur.
Adobe Photoshop CS5 – Die Highlights auf einen Blick
1 Inhaltssensitive Retusche für Flächen und Details
Störende Objekte aus Bildern verschwinden zu lassen, war bisher mühsame Kleinarbeit. Der retuschierte Bereich muss mit Bildpixeln aufgefüllt werden, die in Helligkeit, Farbe und Struktur nahtlos zu den Umgebungspixeln passen. Die Retuscheoption „inhaltssensitiv Füllen“ erledigt das automatisch – und das klappt bei vielen Motiven überraschend gut. Zur Verfügung steht die Funktion im Dialog Fläche füllen (damit lassen sich auch größere Objekte entfernen) und als Option des Bereichsreparatur-Pinsels (für Detailretuschen).
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Eine neue Option beim bekannten Bereichsreparatur-Pinsel erweitert die Möglichkeiten der Retusche beträchtlich. |
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Der störende Mast und die Drähte sind verschwunden – ohne Retuschespuren im zarten Farbverlauf des Himmels zu hinterlassen. |
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Ein größerer Bildbereich wird ausgewählt und gefüllt. |
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Die automatisch erzeugten Bildpixel fügen sich nahtlos ins Bild, der Strauch ist verschwunden. |
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Die inhaltssensitive Retusche liefert nicht bei jedem Bild brauchbare Ergebnisse. Insbesondere beim Pinseln ist manchmal exakteres Arbeiten gefordert. Doch alles in allem ist die Funktion praxistauglich und enorm zeitsparend.
2 Haarige Freisteller verfeinern: Kantenerkennung
Im bekannten Dialog Kante verbessern hat Adobe drei neue Werkzeuge untergebracht, mit denen das Feintuning von Auswahlen und Masken spürbar leichter wird: Radius verbessern, Verfeinerungen löschen und Farben dekontaminieren. Insbesondere für knifflige Freistelljobs – etwa bei haarigen Bildobjekten – eignen sie sich. Benutzt werden sie wie Pinsel – man malt über die Objektkontur. Radius verbessern arbeitet unregelmäßige Konturen heraus, Verfeinerungen löschen glättet Kanten, die dabei zu rau geworden sind. Mit Farben dekontaminieren werden störende Farbhalos entfernt. Anders als das frühere Extrahieren-Tool funktioniert das neue Werkzeugtrio sehr effektiv. Voraussetzung ist allerdings eine gute Vorauswahl. Das Resultat lässt sich als verfeinerte Auswahl, als neue Ebene oder als Ebene mit Maske ausgeben.
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Radius verbessern und Verfeinerungen löschen werden auch mit Motiven vor farbähnlichen, strukturierten Hintergründen fertig. |
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Per Optionsleiste wird zwischen Radius verbessern und Verfeinerungen löschen umgeschaltet. Auch die Werkzeuggröße wird so gesteuert. |
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3 Formgitter – Objekte anatomisch verbiegen
Hinter dem unspektakulären Namen Formgitter (Menü Bearbeiten) verbirgt sich eine Funktion zum anatomisch korrekten Verbiegen und Verzerren von Bildelementen. Auf zuvor freigestellte oder ausgewählte Objekte werden per Mausklick Pins positioniert, die dann wie Gelenke wirken. Mit der Maus können die so präparierten Glieder anschließend frei bewegt werden. So lassen sich größere Bildelemente manipulieren oder Details ausbessern.
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Das Objekt wurde freigestellt, die Pins sind gesetzt. |
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Das naturalistische Verformen geht schnell. |
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4 Neues für Fotografen: HDR, Objektivkorrektur und ein bisschen RAW
Die HDR-Optik erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – dazu passend hat Adobe den HDR-Dialog zu einem kompakten Kontrollpanel ausgebaut. Die Algorithmen für die Ausrichtung der HDR-Teilbilder wurden verbessert, außerdem lassen sich nun Helligkeit, Schärfe, Sättigung und andere Bildparameter beeinflussen und Artefakte von bewegten Objekten entfernen. Die HDR-Bearbeitung wird dadurch einfacher und differenzierter. Wer sich nicht in die aufwändige HDR-Fotografie vertiefen will, kann mittels HDR-Toning auch aus einzelnen Fotos Bilder mit HDR-Appeal machen. Eine höhere Bitzahl ist dabei von Vorteil.
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Auch aus Einzelbildern wie diesem ... |
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... können Bilder mit HDR-Effekt geschaffen werden: mit der Funktion HDR-Toning (hier eine 16-Bit-Datei). |
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Neben einer Reihe kleiner Verbesserungen beinhaltet der Photoshop-Filter Objektivkorrektur jetzt eine Auto-Korrektur. Im Filter sind Profile mit Objektiveigenschaften hinterlegt. Man wählt das verwendete Objektiv aus, der Filter korrigiert dementsprechend. Fehlende Profile können aus dem Web geladen oder selbst erstellt werden.
In Camera Raw gibt es vor allem in Sachen Rauschelimination Neues zu berichten. Die Funktion wurde erweitert und arbeitet jetzt deutlich besser. Und Nostalgiker können sich mit Camera Raw den Look von Filmkorn wieder ins Bild hineinholen – zerstörungsfrei. Außerdem gibt es eine verbesserte Vignettierung und einen neuen Schärfalgorithmus, der Bilder deutlich knackiger erscheinen lässt.
5 Digitale Malerei mit dem Mischpinsel
Der Mischpinsel macht in Photoshop möglich, was bisher Spezial-Applikationen wie Corel Painter vorbehalten war: das Malen mit digitaler Farbe. Anders als die bisherigen Pinselwerkzeuge kann der Mischpinsel die aufgetragene „Farbe“ mit vorhandenen Bildpixeln mischen. Wie gemischt wird, lässt sich via Optionsleiste steuern. Ohne Grafiktablett macht das neue Werkzeug allerdings wenig Spaß. Und vor der flüssigen Benutzung heißt es, eine Reihe von Tastenkürzeln zu lernen und das Zusammenspiel der Optionen zu durchschauen. Ist man einmal eingearbeitet, ist der Mischpinsel ein vielseitiges Kreativtool. Eine neue Pinselvorschau und eine Vorschau für den Farbwähler erleichtern die Kontrolle.
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Gelbe Farbe wird auf einen blau-weißen Hintergrund aufgetragen. Das Mischverhältnis kann detailliert geregelt werden. |
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Der Mischpinsel kann zahlreiche klassische Maltechniken imitieren, die Pinselauswahl ist groß. |
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Realistische Pinselvorschau beim Mischpinsel |
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6 Viele Details beschleunigen den Arbeitsfluss
Nicht ganz überzeugend ist die Idee einer „MiniBridge“ – eine Palette mit Bildverwaltungsfunktion direkt in Photoshop. Sie ist entweder zu klein, um damit zu arbeiten oder belegt zu viel Platz. Erfolgreich ist allerdings die Verwaltung von aufgabenbezogenen oder selbst definierten Arbeitsflächen. Sie ist noch einfacher geworden.
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Bridge als eigene Palette: die MiniBridge |
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Eine ganze Reihe weiterer kleiner Veränderungen werden von Adobe als endlich realisierte Userwünsche vermarktet. In der Summe tragen diese Miniänderungen dazu bei, alltägliche Handgriffe zu erleichtern. So ist das Handling von Ebenen einfacher geworden (Deckkraft von mehreren Ebenen gleichzeitig ändern, Masken aus Ebenentransparenz, leere Ebenen löschen per Skript). Beim Schließen, Speichern und Drucken von Dokumenten gibt es einige praktische Änderungen. Adobe hat außerdem neue Verläufe, Effekte, Muster und andere Vorgaben spendiert und das Geraderichten von Bildern erleichtert – um nur einige der Änderungen zu nennen.
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